Heiße-Herzen-Fahrt 2009 unter Rekordverdacht
Höchste Teilnehmerzahl auf der Enz bei bisher niedrigster Außentemperatur
Die Heiße-Herzen-Fahrt am Samstag, 19.12.2009 rief 116 Paddler nach Vaihingen an der Enz. Es galt, die Flussstrecke von Roßwag bis an den Vaihinger Mühlenplatz mit möglichst ausgefallener Verkleidung und dekorierten Booten zu bewältigen.
Die Veranstaltung stand unter einem besonderen Stern: Zwei der drei beteiligten Partner, die Freiwillige Feuerwehr und das DRK Vaihingen feierten Jubiläum und versprachen der mittlerweile 11 Jahre alten Winter-Kanutour besondere Glanzlichter aufzusetzen.
Diese Rechnung ist aufgegangen: Nach einer groß angelegten Werbekampagne, mit Flyern, in der Presse und im Internet ließen sich Kanuten aller Altersklasse von Nah und Fern in die charmante Metropole des oberen Enztales locken.
Sabine Weihrich, Dietmar Rink und Wolfgang Nagel, die Ideengeber der Heiße-Herzen-Fahrt (Kanuclub Vaihingen) waren am Vortag skeptisch gewesen, ob verschneite Straßen und arktische Temperaturen überhaupt eine nennenswerte Paddlerschar aus ihren warmen Stuben locken könnten.
Der Optimismus der Floriansjünger und des Roten Kreuzes hat aber letzen Endes gesiegt:
Die Aussicht auf ein Feuerwerk der Extraklasse und ein munteres Winternacht-Fest mit kulinarischen Leckereien aus der Region am Schluss sorgten dafür, dass die 116 aktiven Sportler am Vorabend des Vierten Advents an die Enz kamen.
Immer wieder erklang auf der Strecke der Schlachtruf „Heiße!“ – „Herzen!“ und die Stimmung stieg, je mehr die Dunkelheit Einzug hielt. Es schien niemandem mehr etwas auszumachen, dass das Thermometer bis auf minus 15 Grad fiel, dass immer mehr Eisschollen neben den phantasievoll gestalteten Kanus hertrieben und dass Zehen und Finger vor Kälte schmerzten. Grund dafür war die festlich gestaltete Illumination „Enz in Flammen“, für die die Feuerwehr 150 Mitglieder aktivierte.
Am Ende der Fahrt lockten Heißgetränke und warmes Essen im beheizten Zelt, und die kältefesten Kanuten wurden durch den tosenden Beifall einer festlich gelaunten Besuchermenge zu den Klängen von Jule Neigels Hymne „Heiße Herzen“ am Ziel empfangen.
Nicht lange währte die Wärmepause, denn um 18 Uhr startete die Feuerwehr unter der künstlerischen Leitung des Pyrotechnikers Lothar Rapp eine sensationelle Feuershow. Gasexplosionen, bengalische Lichter, Raketen und Kracher, ein 50 Meter hoher „Firefall“ über und auf dem Fluss verzauberten die Winternacht zur Märchen-Impression, und zum Schluss versetzten herzförmig arrangierte Lichter die Enz in ein warm schimmerndes rotes Meer. Es war die Hommage an die Vaihinger Kanujugend, die seit vielen Jahren mit großem Fleiß und Erfolg diese Fahrt für einen guten Zweck ausrichtet.
Ruhig und frostig –gemütlich klang der Abend aus mit dem DRK-Winternachts-Open-Air-Kino „Die Feuerzangenbowle“.
Insgesamt 700 nicht paddelnde Festbesucher wurden von den Organisatoren geschätzt – auch hier ein Rekord, der weit über den Zahlen der Vorjahre lag.
Die Heiße-Herzen-Fahrt ist eine Benefizveranstaltung des Kanuclubs CJD Schloss Kaltenstein, der Freiwilligen Feuerwehr und des DRK, alle Vaihingen/Enz, die dieses Mal zugunsten des Vaihinger Tafelladens und der Lebenshilfe e.V. durchgeführt wurde.
Die freiwillige Befahrungsspende und der erzielte Überschuss wird im Februar den begünstigten Einrichtungen feierlich überreicht.
Die vorweihnachtliche Fahrt wurde mittlerweile zu einem der Markenzeichen der Stadt Vaihingen/Enz und der rührigen Vereinsjugend ihres Kanuclubs.
WN
| Fakten HHF09 | |
| 116 | Paddler |
| 70 | Boote |
| -13 °C | Lufttemperatur |
| 0 °C | Wassertemperatur |
| weiteste Anreise: | Teilnehmer aus München und aus Gießen |
| Jüngste Teilnehmerin | 6 Jahre alt |
| Platzierungen: | |
|
|
| Nachträglicher Achtungserfolg: | Weihnachtseierküken“ – Faltboot-Kajak der Familie Duffner aus Waldbronn |

