Deutsche Kanumeisterschaften in München-Oberschleißheim

Felix Landes holte vier von fünf Medaillen für die NSU-Paddler

Die 90. Deutschen Meisterschaften im Kanurennsport wurden in diesem Jahr vom 6. bis 11. September sehr spät auf der Olympia-Regattabahn in München-Oberschleißheim ausgetragen. Dabei holte die Neckarsulmer Sport-Union mit den Paddlern Felix und Vincent Landes, Aline Kunej und Olivia Scharpff insgesamt fünf Medaillen (einmal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze). Herausragender Athlet der NSU war Felix Landes, der alleine viermal auf dem Treppchen stand.

Von links: Trainer  Klaus Schneider, Aline Kunej, Felix Landes, Olivia Scharpff, Vincent  Landes.

Beim nationalen Höhepunkt der Kanuten wurde den Athleten ein wahrer Wettermix mit Regen, Wind und bei den Endläufen zum Schluss, noch Sonne pur geboten. Dabei war das vierköpfige Team der NSU-Kanuten, das sich über Vor- und Zwischenläufe qualifizieren musste, insgesamt zwölfmal im Finale- und dreimal im B-Finale vertreten. Zusätzlich wurden noch vier Langstreckenrennen über 5000 Meter gefahren. Doch für das äußerst gute Resultat in Form von Edelmetall war hauptsächlich Felix Landes zuständig. Denn alleine er errang zusammen mit der Auswahl der RG Baden-Württemberg, vier der fünf Medaillen (einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze).

Felix schaffte nach einem neunmonatigen Auslandsschuljahr in Sevilla, die Grundlage für diese herausragenden Leistungen. Nachdem er erst kurz vor der Süd-Meisterschaft in die Saison einstieg, überraschte er damit nicht nur die gesamte deutsche Junioren-Elite. Dass es in München kein Spaziergang werden sollte zeigten schon die Teilnehmerfelder, die mit Nationalfahrern, die bereits im Juli bei den Junioren-Weltmeisterschaften zahlreiche Medaillen sammelten, gespickt waren. Doch Felix Landes konnte zusammen mit seinem Karlsruher Partner Max Hahl (Teilnehmer der Junioren-WM), in allen drei Zweierrennen (200 Meter 3. Platz / 500 Meter 2. Platz / 5000 Meter 1. Platz) den Medaillensatz komplett machen. Eine weitere Silbermedaille errang er mit dem Baden-Württemberg-Vierer vorne am Schlag über die olympische 1000 Meter-Distanz. Dazu brachte ihm seine Final-Qualifizierung im K1 500 Meter - wo er dann Rang sieben belegte - noch als Lohn die Berufung zur Internationalen Olympic-Hope-Regatta, an diesem Wochenende in Polen. Bei dieser Regatta dürfen die besten erstjährigen Junioren internationale Luft schnuppern.

Sein Bruder Vincent Landes verstärkte in München die BW-Auswahl im Vierer über 200 Meter (Platz sieben) und 5000 Meter (Platz sechs). Vincent konnte vor allem mit seinen Sprintqualitäten überzeugen, indem er im ersten Juniorenjahr bereits ins B-Finale einzog und dort nach knappem Zieleinlauf den 8. Rang erzielte.
Aline Kunej, die letzten beiden Jahre mit Meisterehren dekoriert, zeigte in der Jugendklasse im K2 über 5000 Meter, mit ihrer Partnerin Ninja Pflugfelder (TSG HN) ihr Durchsetzungsvermögen und fuhr ab der ersten Wende in der Spitzengruppe, auf dem dritten Platz liegend. Nach starkem Endspurt mussten sich die beiden erst auf der Ziellinie dem zweiten BW-Boot geschlagen geben und gewannen Bronze. Ein starkes Rennen fuhr das Duo auch über 500 Meter (Platz fünf) und im Viererkajak, bei dem sie als Schlagfrau den undankbaren vierten Rang belegte.
Olivia Scharpff, ebenfalls im ersten Juniorinnenjahr, zeigte schon im Frühjahr ihre Ausdauerfähigkeiten. Als Deutsche Vizemeisterin über die Marathondistanz belegte sie auf der Olympiastrecke im Viererkajak über 200 Meter der Damenklasse, Platz fünf und dazu noch im K4 über 200 Meter der Juniorinnen, Platz neun.

(Bericht und Foto: Karl-Heinz Leitz, Pressewart NSU)

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